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Die SamburuHilfe e.V.

Vereinsgründer Alfred Knau in „seiner” Schule

Der Verein SamburuHilfe wurde im Mai 1993 von Alfred Knau mit dem Ziel gegründet, die Lebensbedingungen der Volksgruppe der Samburu im Norden Kenias, speziell in der Projektregion Baawa, der Region rund um die Hauptstadt Maralal, zu verbessern.

Nach dem Tod des Gründer Alfred Knau in 2011 wurden der Verein und die Zusammenarbeit neu strukturiert und auf mehrere Schultern verteilt. Nach einer Neuausrichtung und Konsolidierung in 2016 hat der aktuelle Vorstand die Projektarbeit vor Ort Intensiviert und auch breiter für den Gesamtraum Baawa mit Einbindung von Regierungsvertretern, Ministerien, Schulämtern und Gemeinden aufgestellt:

Daneben wurde in 2016 vor Ort eine Art NGO als eigenständige „Community Based Organisation“, CBO, (SamburuHilfe Baawa) gegründet, in der ausschließlich Personen vor Ort tätig sind bzw. diese unterstützen (Schulkommitees, Lehrer, Bürgermeister, Parlamentsabgeordnete und sonstige interessierte Personen). In Summe sind es derzeit 40 Personen. Diese CBO steht im engen Austausch mit der SamburuHilfe Deutschland.

Die CBO Organisation wird von einem SamburuHilfe Representative (Petri Lelenguiye) vor Ort geleitet.

Zudem gibt es aus jedem der Dörfer (10 Streusiedlungen) jeweils einen Repräsentanten, der die jeweiligen Belange und Projekte aus den Siedlungen mit einbringt.

Unser Verein, die SamburuHilfe Deutschland, unterstützt im wesentlichen Projekte im Aufbau von Infrastruktur und Wissen. Dazu gehören folgende Schwerpunkte:

• Bildung – Dazu gehören insbesondere Grundschulen und Kindergärten und Kinderpatenschaften (Schulgebühren für Secondary School und College)

• Nahrung – Schulung der konservierenden Landwirtschaft und Schul Food-Programme

• Medizin – Unterstützung von Krankenstationen und Bereitstellung von technischen Geräten

• Soziales – Kampagnen gegen Beschneidung und Frühverheiratung

• Gesellschaft – Unterstützung der Frauengruppen, denn sie sind der Motor des Lebens und Arbeitens (Ackerbau, Seifenherstellung, Imkerei, Nähkurse ...).

 

Helfen Sie uns. – Ihre Hilfe wird ankommen. – Direkt vor Ort. – Als Hilfe zur Selbsthilfe.

Informieren Sie sich hier im Internet über unseren Verein und nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Unsere Satzung können Sie hier einsehen und auf Wunsch herunterladen.

 

Ein Blick zurück „wie alles begann“ – Steckbrief 25 Jahre SamburuHilfe e.V.

In den Steppen Nordkenias lebt ein Volk, das ursprünglich nomadisierend auf der Suche nach Weideplätzen für sein Vieh umherzog: die Samburu. Im Laufe der Zeit wurden viele Familien, besonders im südlichen Teil des Verbreitungsgebietes, sesshaft. Sie bauten feste Hütten aus Holz, die mit Lehm und Kuhdung „verputzt“ wurden. Sich auf eine Nahrungsquelle festzulegen – wie hier das Vieh – birgt Gefahren. Das mussten auch die Samburu feststellen, wenn die Regenzeit ausblieb, das Gras in der Sonne verbrannte, die Tiere verhungerten. In einer solchen Situation kam Alfred Knau aus Wetter-Treisbach zum ersten Mal ins Samburuland. Seit Mitte der achtziger Jahre war er schon mehrmals in Kenia gewesen, aber nie in die nördlichen Steppen vorgedrungen. Im Winterhalbjahr 1991/92  machte er sich auf die rund  1000 Kilometer lange Strecke von Mombasa am Indischen Ozean nach Maralal, wo die Distriktregierung für die Samburu ihren Sitz hat. Knau ahnte damals noch nicht, dass diese Fahrt sein Leben verändern und er künftig häufig auf diesen endlosen, staubigen und holprigen Pisten unterwegs sein würde.

Von Maralal waren es noch einige Stunden Fußmarsch nach Osten, dann war er in der Gegend Baawa, der Heimat seines späteren Patensohnes Amakoye. Hier erlebte der damals Vierzigjährige das Elend und die Not eines Volkes, das seine Lebensgrundlage verliert. Wegen der anhaltenden Trockenheit starben die Tiere an Futter- und Wassermangel. Milch gaben die Kühe seit langem nicht mehr, die Kälber waren verendet. Tee mit etwas Zucker war das einzige Nahrungsmittel der Menschen. Durch verseuchtes Wasser, das von weit her herangeschleppt werden musste, waren viele krank. Seit seinen ersten Reisen hatte Knau begonnen, die Sprache Kiswahili zu erlernen. Das kam ihm, der auch durch die heimische Landwirtschaft Erfahrungen hatte, jetzt zugute. Er setzte sich mit den Samburu zusammen, um mit ihnen zu überlegen, wie diese Notsituation schnell beendet werden könnte und was zu tun wäre, damit in Zukunft Hunger, Krankheit und wirtschaftliche Not nicht wieder in dieser Härte auf die unvorbereiteten Menschen hereinbricht. Er kaufte Lebensmittel um den Hunger zu stillen. Dann beschaffte er aus dem etwa 450 Kilometer entfernten Nairobi Saatgut und 50 Hacken – und begann damit eine sinnvolle Hilfe zur Selbsthilfe: Viele Familien legten sich kleine Felder an, um Früchte anzubauen. Mais, Kartoffeln, Kraut, Bohnen und Zwiebeln gediehen in den folgenden Jahren gut und sind mittlerweile als Nahrungsgrundlage gar nicht mehr wegzudenken.

Um seinem Engagement eine breitere Basis zu schaffen, gründete Alfred Knau im Mai 1993 mit Freunden, die helfen wollten, die SamburuHilfe e.V. Das Vereinskonzept erwies sich in der Praxis als sinnvoll und die Hilfsangebote konnten erweitert werden. Mit Spendengeldern wurden Hacken, Schaufeln, Schubkarren, Äxte, Buschmesser, Saatgut, Tücher als Kleidung und vieles mehr angeschafft. Der Bau von Wassertanks, die Regenwasser auffangen, kommt besonders den Samburufrauen zu gute, die traditionell das Wasser von oft weit entfernten Wasserlöchern heranschleppen mussten. Da es in der Nähe keinerlei medizinische Versorgung gab, begann Knau mit Einheimischen 1998 eine Krankenstation zu bauen und damit flossen fast alle Spenden in dieses Projekt, das im Januar 2000 seine Türen öffnete. Der gesamte Betrieb der Krankenstation einschließlich der Medikamente wurde von der SamburuHilfe bezahlt. In 2012 wurden zwei neue Toiletten für die Krankenstation gebaut und diese Station renoviert. Ab 2014 wurde die Krankenstation vom kenianischen Staat anerkannt und durchlief eine Registrierung gemäß den kenianischen Anforderungen im Gesundheitswesen. Die Krankenstation wird seitdem eigenständig mit Medikamenten versorgt und die Mitarbeiterinnen sind beim kenianischen Staat angestellt.      

Der erste Spatenstich für eine Grundschule in der Gemeinde Leirr erfolgte im Januar 2009. Bis Juli 2012 wurden sieben Klassenräume, ein Lehrerhaus sowie ein weiterer halb-provisorischer Klassenraum fertig gestellt sowie sieben Toiletten und eine Schulküche, aus der die Kinder – mittlerweile 650 - täglich eine warme Mahlzeit bekommen.

In 2014 wurde die Schule um zwei weitere Klassenräume (Jahrgang 7 und 8) und einen elektrisierten Mehrzweckraum erweitert und seitdem verfügt die Alfred Knau Leirr Primary School  über 8 Klassenräume und einen Speiseraum.

In den Anfangsjahren wurden bis zu 5 Hilfslehrer durch die SamburuHilfe bezahlt um den Unterricht stattfinden zu lassen. Im Zuge der Schulerweiterung hat sich die SamburuHilfe beim zuständigen Schulamt dafür eingesetzt, dass ab 2015 alle 10 ausgebildeten Lehrer vom kenianischen Staat finanziert werden.

2012 wurde zur Verbesserung der Selbstversorgung für die Frauengruppe in Baawa eine Körnermühle (Maismühle) angeschafft und ein Haus dafür gebaut.

Seitdem mahlen die Frauengruppen ihren Mais selber und brauchen dafür nicht mehr zu bezahlen. Zudem unterstützen sich die Frauen der Malay Gruppe (ca. 35) gegenseitig bei der Bewirtschaftung und Instandhaltung der Maismühle. Zudem ist sie ein gesellschaftlicher Treffpunkt, wenn wir zu Besuch vor Ort sind.

 

Fazit – Das Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe trägt: Wo früher keinerlei Infrstruktur vorhanden war, gibt es heute Hilfe und Unterstützung im Alltag, Wo früher nur Steppe war, steht heute eine voll funktionsfähige Grundschule die 650 Schülern Wissen und Bildung vermittelt.