Sie sind hier

Baawa Reise im Februar 2013

Im Februar waren Helmut Heidlindemann (1. Vereinsvorsitzender), Gerda Wied-Glandorf und Michael Mailliart – beide engagieren sich besonders für die Patenschaften – in Kenia und sind mit einem sehr erfreulichen, hier gekürztem, Bericht zurück:

„ Patenkinder
Von 48 Patenkindern haben sich 44 Kinder mit ihren Familien (>90%) bei einem Treffen vorgestellt. Das hat uns positiv überrascht. Mit einigen Kindern wurden Interviews durchgeführt. Unser Eindruck ist, dass die Kinder regelmäßig die Schule besuchen und dass neben der Primary School auch Kinder die Secondary School besuchen. Zudem gibt es Schüler, die bereits ein College/Uni besuchen. Die Patenkinder sollen bis Sommer 2013 einen Brief an ihre Paten schreiben. Ab sofort wird pro Familie nur ein Kind gefördert.

Abstimmung mit der Schulleitung der Primary School:
° Derzeit besuchen 618 Kinder, 348 Jungen und 270 Mädchen, die Primary School.
° Wir haben die Mitarbeiterin des Schulamtsleiters, die für die Schulen in der Region zuständig ist, kennen gelernt.
° Wir haben mit der Schulleitung, Pius, vereinbart, in Zukunft enger zusammen zu arbeiten.
° Der Schulleiter erstattet einen Bericht über die gezahlten Budgets durch die Regierung als auch der Schulausgaben.
° Die Primary School wir einzügig geführt.
° Es soll ein Schulraum als zweite 8 Klasse genutzt werden, um eine bessere Vorbereitung für die Secondary School zu ermöglichen und der zweite Klassenraum soll dann wesentlich für Kinder mit Handicaps errichtet werden.
°Die Schulleitung kann ebenfalls Patenkinder vorschlagen. Die allgemeinen Ablaufprozesse sind mit unseren Repräsentanten definiert.
° Da das Kollegium ausschließlich männlich ist, hat Pius 2 Praktikantinnen unentgeltlich eingestellt. Diese weiblichen Bezugspersonen erscheinen uns wichtig zur besseren Kommunikation und Verständigung mit den Schülerinnen. Eine finanzielle Hilfe unsererseits wird erbeten.
° Die Samburu Hilfe hat den Bau eines Speiseraums, kein Steinbau, für ca. 200 Kinder zugesagt. In diesem Raum sollen die Kinder zu unterschiedlichen Zeiten ihr Mittagessen einnehmen können. Die Eltern sollen sich daran mit 5 EURO pro Monat beteiligen.

Kindergarten:
Im Kindergarten sind derzeit 225 Kinder. Drei Pre-School-Lehrerinnen sind für die Kinder in der katholischen Kirche, in einem Raum, den Koreaner erbaut haben wie unter freiem Himmel,l zuständig. Die Kinder werden bekocht, der Staat übernimmt die Kosten für das Essen. Eine Lehrerin wird über die Samburu Hilfe bezahlt (2.000.- KS = 20.- €).

Besuch in der katholischen Secondary School:
Die katholische Gemeinde hat in der Region eine Secondary School für Jungen gebaut, die am 11.2002. mit 15 Jungen in Betrieb gegangen ist.
Pro Schuljahr fallen Schulgebühren in Höhe von 45.000.- KS (450.- €) an.
Aufnahmevoraussetzung ist, dass die Jungen 300 von 500 Punkten am Ende der Primary School erreicht haben.
Bis 2015 soll der Schulbetrieb mit 320 Schülern sein Maximum erreicht haben.

Krankenstation (Dispencary):
Alle drei Monate erfolgt ein Audit durch das Health Goverment.
Unsere Leiterin Doris Doris hat bei dem letzten Audit 86 von 100 Punkten erreicht und für das erste Quartal 2013 dadurch einen Zuschuss von 33.000 KS (330.- €) bekommen.
Davon kauft sie Medikamente, z.B. Antibiotika und bezahlt an sich selbst und andere Löhne für das Reinigungs- und Wachpersonal.
Mütter, deren Kinder unterernährt sind, erhalten kostenlose Nahrungs-ergänzungsmittel, verbunden mit einer Ernährungsberatung durch Doris.
Doris zeigt den Müttern, wie sie Gemüse anbauen können.
Insgesamt liegt der Schwerpunkt auf Prävention, Schwangerschaftsberatung und –betreuung, Impfungen in den ersten Lebensjahren und Familienplanung.

Die heutige Dispencary entspricht in baulicher Sicht nicht mehr den Anforderungen des kenianischen Gesundheitswesens.
Daher kann auch keine Registrierung durch die kenianische Regierung erfolgen. Somit werden auch nicht alle Medikamente zur Verfügung gestellt. Unsere vorliegenden Entwurfspläne wurden vorgestellt. Eine zahnärztliche und optische Versorgung stehen bei der Behörde derzeit nicht im Vordergrund.
Die Gesundheitsbehörde hat die Pläne mit Interesse zur Kenntnis genommen und wird der Samburu Hilfe bis Ende Juni 2013 einen Katalog mit den Schwerpunktthemen und den Anforderungen an die notwendigen Räumlichkeiten zukommen lassen.

Finanzierung des neuen Krankenhauses durch die SamburuHilfe:
Unsere überschlägige Kostenschätzung beläuft sich auf rund 150 000.- € für den Bau und die Ausstattung.
Über ein Merchand Grant Projekt Rotary sollen weitere Gelder akquiriert werden. Ein Projektantrag soll zudem bei „Engagement Global GmbH, Service für Entwicklungsinitiativen“, Bonn gestellt werden. Die kenianische Gesundheitsbehörde beteiligt sich mit mindestens 20% der Gesamtkosten (erste mündliche Zusage).
Die Community leistet einen Eigenanteil von ca. 5-10%. Dieses muss mit der Community noch verhandelt werden. Alle operativen Kosten (Gehälter für Arzt, Krankenschwester, Medikamente etc.) werden durch den kenianischen Staat übernommen.

Beschneidung – Female Genital Multilation:
In einem Gespräch zwischen Doris und Gerda wurde das sensible Thema „Beschneidungen“ erörtert.
Bei den Jungen ist die Beschneidung erlaubt, bei den Mädchen ist sie seit Anfang 2013 staatlich verboten. Doris berichtet von einem sehr hohen Aufklärungsbedarf. Sie geht davon aus, dass es noch viele Jahre dauern wird, bis es keine Beschneidung mehr bei Mädchen geben wirdDes Weiteren ist es auch verboten, nicht volljährige Mädchen mit alten Männern zu verheiraten.

Bohrloch- und Zisternenbesichtigung:
Am Bohrloch (derzeitige Wasserstelle unterhalb der Schule) sind Anschlüsse und zudem 2 Ventilstellungen vorhanden. Es gibt einen Leitungsanschluss für die Wassertankbefüllungen (10.000 und 5.000 Liter), sowie einen Ventilanschluss mit dem ggf. das Wasser in die Zisterne auf den Berg gepumpt werden kann.
Die Kunststoffleitungen zur Zisterne sind gebrochen, ebenfalls die von der Zisterne ausgehenden Gravitationsleitungen. Der Tank ist äußerlich und innerlich in einem guten Zustand, muss aber innen gereinigt werden.
Das geschätzte Volumen beträgt 80.000 Liter.

Frauengruppe
In den einzelnen Gehöften ist der Anbau von Mais und anderen Gemüsearten gestiegen. Die Frauen bewirtschaften einen Garten hinter der Dispencary und einen Garten neben der Maismühle, den sie erweitern möchten. Darüber hinaus hat Doris einen Lehrgarten neben der Dispencery eingerichtet. Neben dem Mahlen des Maises erzielen die Frauen durch den Verkauf des Gemüses weiteres Einkommen. Dieses Einkommen teilen sie untereinander und nutzen es zum Kauf von weiterem Saatgut.

Baumanpflanzung:
John hat 40 Bäume in der Umgebung der Dispencary gepflanzt, die er alle zwei Tage außerhalb der Regenzeit gießt.
Alle Bäume, die auf dem Gelände der Primary School angepflanzt worden sind, sind von „Worldwide Vision“ gespendet worden. Die Bäume wurden in einem Unterrichtsprojekt gepflanzt, sodass die Kinder dieses auch zuhause umsetzen können. „

Termin:
Wir möchten Sie gerne noch einmal an unsere Mitgliederversammlung am 22. April ab 19.00 Uhr in der Stadthalle Wetter, Schulstraße 27, erinnern. Dort gibt es auch einen ausführlichen Bericht wie Fotos von der Reise – und die Möglichkeit zum Nachfragen. Bitte bringen Sie Freunde und Bekannte mit – wir freuen uns über jedes neue Mitglied.
dsz März 2013